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OC – Ovarialkarzinom

Einleitung

Im April 2026 wurde Pembrolizumab in Kombination mit Paclitaxel, mit oder ohne Bevacizumab, von der EMA zur Behandlung des platinresistenten epithelialen Ovarialkarzinoms, Eileiterkarzinoms oder primären Peritonealkarzinoms bei Erwachsenen mit einer PD-L1-Expression von CPS ≥ 1 zugelassen, die zuvor ein oder zwei systemische Behandlungsschemata erhalten hatten. Vor diesem Hintergrund wird auch bei dieser Entität eine immunhistochemische Untersuchung zum Nachweis einer PD-L1-Expression durchgeführt.[

Tabelle 1: Therapieoptionen von Checkpointinhibitoren beim Ovarialkarzibom

Atezolizumab

(anti-PD-L1-Antikörper)

Avelumab

(anti-PD-L1-Antikörper)

Cemiplimab

(anti-PD-1-Antikörper)

Durvalumab

(anti-PD-L1-Antikörper)

Ipilimumab

(anti-CTLA-4-Antikörper)

Nivolumab

(anti-PD-1-Antikörper)

Nivolumab+ Relatlimab

(anti-PD-L1-Antikörper +anti-LAG-3-Antikörper)

Pembrolizumab

(anti-PD-1-Antikörper)

Tislelizumab

(anti-PD-L1-Antikörper)
weiblicher Genitaltrakt
CC
ENNach Platin
2L
OC

Last Update: 31. August 2026

Scores

Momentan gibt es einen zulassungsrelevanten Score und Cut Off, den wir berücksichtigen müssen:

Dabei ist für die Therapie mit Pembrolizumab die positive Färbung von Immunzellen und Tumorzellen (CPS) mit einem Cut Off von ≥1  Voraussetzung.

Zur Erinnerung sind hier nochmals die Definitionen des CPS Scores.

CPS

Hier handelt es sich um einen Zellscore. Die Abkürzung CPS steht für Combined Positive Score. Hierbei werden die positiv gefärbten Tumorzellen und Immunzellen in Bezug zu den vitalen Tumorzellen gesetzt und mit 100 multipliziert, was einen errechneten Score-Wert (keinen Prozent-Wert!) ergibt, der theoretisch auch >100 sein kann. Per Definition wurde der CPS auf einen Wert von 100 begrenzt. Carcinoma in situ Areale gehen mit in die Bewertung ein.

Als Immunzellen werden Lymphozyten und Makrophagen verstanden. Granulozyten und Plasmazellen werden nicht miteinbezogen. Es sei ausdrücklich erwähnt, dass auch die PD-L1 positiven Immunzellen auf die vitalen Tumorzellen bezogen sind.

Hinweise für die Auswertung mit dem CPS

Starke Vergrößerung verwenden: Da bei der Auswertung von PD-L1 die Intensität keine Rolle spielt und die membranäre Färbung sehr schwach sein kann, sollten das zu untersuchende Gewebe auch immer in den höheren Vergrößerungen durchgemustert werden. Erschwert ist die Auswertung durch Hornperlen, Hornlamellen, Dyskeratosen und Desmosomen, die sich häufig anfärben, aber nicht bewertet werden dürfen. Auch hier hilft die stärkere Vergrößerung zur Abgrenzung von Desmosomen. Nekrosen und Apoptosen dürfen ebenfalls nicht bewertet werden.

PD-L1 Prävalenzen beim Ovarialkarzinom

Entsprechend der Zulassungsstudie1 KNB86 liegt die Prävalenz bei:

CPS <1: 27 %

CPS ≥1: 73 %

Praktische Hinweise

Hinweis für die Auswertung spezifisch für das Ovarialkarzinom

Unterstützung bei der Auswertung finden Sie bei Agilent DAKO2 unter folgendem Link: Interpretationshandbuch Agilent DAKO

Bitte beachten Sie, dass

  • mindestens 100 Karzinomzellen zur Auswertung vorliegen sollten.
  • Nekrosen, Plasmazellen und Granulozyten weder beim CPS noch beim TPS in die Wertung mit eingehen[JK2] .

Die nachfolgenden Tabellen geben Ihnen genaue Informationen und Hilfen zur Auswertung des CPS-Scores. (Agilent DAKO 2, Seite 18-19)

Auswertehilfe für den Zähler der CPS Definition

TumorzellenImmunzellenweitere Zeller
Im Zähler enthaltenTeilweise oder vollständige Membranfärbung (unabhängig von der Intensität) vitaler, invasiver TumorzellenMembranäre und/oder zytoplasmatische* Färbung (unabhängig von der Intensität) von mononukleären inflammatorischen Zellen (MIC) innerhalb des Tumorgewebes und des angrenzenden Bindegewebes: Lymphozyten (inkl. Lymphozytenaggregate)
Makrophagen‡ Es werden nur MICs gescored, die als Reaktion auf den Tumor angesehen werden.
Nicht enthalten
Nicht im Zähler enthalten
  • PD-L1 negative Zellen
  • Zellen mit rein zytoplasmatischer Färbung
  • Nichtinvasive Neoplasie (seriöses tubares intraepitheliales Karzinom)


  • PD-L1 negative MICs
  • MICs (inkl.Lymphozytenaggregate), die auf Ulzerationen, chronische Zystitiden oder andere, nicht Tumor-assoziierte Prozesse zurückgeführt werden
  • MICs, die mit nicht-invasiven Neoplasien assoziiert sind (seröses tubares intraepitheliales Karzinom)
  • MICs, die auf benigne Strukturen zurückgeführt werden neutrophile/eosinophile Granulozyten und Plasmazellen
  • normale/benigne Z
  • ellen
  • Bindegewebszellen (inkl. Fibroblasten)
  • nekrotische Zellen und/oder Zellreste (Debris
), Zystenflüssigkeit

* Bei MICs sind membranäre und zytoplasmatische Anfärbungen aufgrund der hohen Kern-Plasma-Relation oft nicht zu unterscheiden. Aus diesem Grund sind sowohl membranär als auch zytoplasmatisch angefärbte MICs im Score enthalten.
† Als „angrenzende MICs“ werden Zellen definiert, die innerhalb desselben 20x Feldes wie der Tumor liegen. Ausgeschlossen werden sollten allerdings MICs, die nicht direkt mit der Reaktion auf den Tumor assoziiert werden.

‡ Makrophagen und Histiozyten werden der gleichen Zellart zugeordnet.

Auswertehilfe für den Nenner der CPS Definition

TumorzellenImmunzellenWeitere Zellen
Im Nenner enthaltenAlle vitalen, invasiven TumorzellenNicht enthaltenNicht enthalten
Nicht im Nenner enthalten
  • Nekrotische oder nicht-vitale Tumorzellen
  • Nichtinvasive Neoplasie (seröses tubares intraepitheliales Karzinom

Jede Art von Immunzellen
  • normale/benigne Zellen
  • Bindegewebszellen (inkl. Fibroblasten) nekrotische Zellen und/oder Zellreste (Debris)
, Zystenflüssigkeit